Beruf(e):
Landwirt
Geburtsdatum: 13.05.1920
Geburtsort: Leimersheim
Sterbedatum (Todestag): 02.05.1942
Sterbeort: Roslawl, Russland
Begräbnisort: Roslawl, Russland
Wohnort(e):
Leimersheim
Eltern: Adam Schardt IV. (Ackerer) und Barbara Wetzka, Schlossgasse
Familienstand: ledig
Einheiten
Erkennungsmarke ausgebende Einheit
874 – 1. Kompanie der Artillerie-Ersatz-Abteilung 216 (1./A.E.A. 216)
Nachfolgende Einheiten/Truppenteile
10. Batterie des Artillerie-Regiments 131 (10. Battr.Art.Regt. 131)
Wahrscheinlich letzte Einheit
Artillerie-Regiments 131
Kampfhandlungen
Das Artillerie-Regiment 131 wurde am 1. Oktober 1940 aufgestellt und der 131. Infanterie-Division unterstellt.
Nach der ersten Ausbildung wurde das Regiment zusammen mit der Division per Bahn nach Polen in den Raum ostwärts von Warschau verlegt.
Ende April 1941 verlegte das Regiment dann in den Raum Konstantinow und die umliegenden Wälder.
Am 20. Juni 1941 wurde dann die 131. Infanterie-Division aus ihrem Waldquartier in die Bereitstellungsräume an den Bug herangeführt. Am 22. Juni überquerte das Regiment nordwestlich den Bug und stieß anschließend in Richtung Nordosten vor. Während der Vormarsch die ersten Tage ohne größere Verluste ablief, wurde das Regiment am 29. Juni im Raum Lobianki von ersten Gegenangriffen getroffen. Das Regiment stand am Kessel von Bialystok in der Kesselfront und verhinderte den Ausbruch russischer Truppen.
Am 1. Juli 1941 stieß das Regiment auf den Ort Lidziany vor und nahm dort letzte Teile der eingeschlossenen russischen Einheiten gefangen. Nach zwei Ruhetagen setzte das Regiment zusammen mit der 131. Infanterie-Division seinen Vormarsch nach Osten fort.
Am 11. Juli 1941 wurde bei Kucowszozyzka die ehemalige polnisch-russische Grenze überschritten und am 18. Juli wurde die Bahnlinie Bobruisk - Dubrowa erreicht, wo das Regiment eine Verteidigungslinie bezog.
Am 20. Juli 1941 griffen hier russische Einheiten die Stellungen des Regiments an, wurden aber abgewiesen. Am 22. Juli wurde der Vormarsch fortgesetzt und am gleichen Tag bei Paritschi die Beresina überquert. In den darauffolgenden Tagen wurde der Vormarsch fortgesetzt, wobei Babin und Bobruisk durchquert wurden.
Ende Juli 1941 erreichte das Regiment Cholstowa und überquerte südwestlich von Tscherwikow den Dnjepr. Das Regiment bildete auf dem südlichen Ufer des Flusses einen Brückenkopf und hielt diesen bis zum 12. August 1941. Danach nahm das Regiment am Angriff auf Gomel teil und marschierte anschließend weiter nach Süden. Das Regiment wurde an der Kesselfront bei Kiew eingesetzt.
Am 2. September 1941 wurde das Regiment bei Sedhew von schweren russischen Ausbruchsversuchen der Roten Armee getroffen, die aber abgewiesen werden konnten. Um den Ort Beresna wurde heftig gekämpft.
Am 7. September 1941 wurde die Desna überschritten und am 11. September Tschernigow erobert.
Am 19. September 1941 erreichte das Regiment bei Kraßnoje und Golitschewkaden südlichsten Punkt ihres Vormarsches. Nach dem Ende der Kämpfe am Kessel von Kiew wurde das Regiment in Golitschewka in die Bahn verladen und nach Unetscha verlegt. Im Landmarsch ging es dann bis Monatsende weiter nach Dureyka südöstlich von Roslawl verlegt.
Am 1. Oktober 1941 bezog das Regiment seinen Bereitstellungsraum für den Angriff auf die Desna. Unter erheblichen Verlusten überquerte das Regiment am 2. Oktober die Desna. Am Folgetag wurde der Flugplatz Dubowitz genommen.
Am 5. Oktober 1941 fiel der erste Schnee, die Wege versanken im Schlamm. Das Regiment setzte seinen Vormarsch über Ljuteshka und Krynki und Slobodka fort. Am 18. Oktober bezog das Regiment eine Verteidigungsstellung ostwärts von Suchinitschi.
Bis zum 27. Oktober 1941 konnten hier alle russischen Angriffe abgewehrt werden. Am 28. Oktober wurde der Vormarsch fortgesetzt und am 3. November Titowo erreicht.
Zwischen dem 4. und 9. November 1941 wurde Titowo gegen russische Gegenangriffe verteidigt.
In der Nacht auf den 25. November wurde das Regiment durch Einheiten der 31. Infanterie-Division abgelöst. Das Regiment erhielt hinter der Front zwei Tage Ruhe und marschierte dann am 27. November gegen die Stadt Alexin angesetzt, den Südpfeiler der Moskauer Schutzstellung. Die Stadt wurde am 27. November genommen. Am 29. November wurden die Orte Kartajewo und Botjna genommen. Damit war die östlichste Linie erreicht, bis zu dem das Regiment vorstoßen konnte.
Bis zum 18. Dezember konnte diese erreichte Stellung gegen verlustreiche russische Gegenangriffe gehalten werden. In der Nacht auf den 19. Dezember gab die 131. Infanterie-Division die erreichten Stellungen auf und zog sich auf das westliche Ufer der Oka zurück. Am 20. Dezember konnten russische Einheiten dir Abwehrfront des Infanterie-Regiments 434 durchbrechen, wodurch die eigene Frontlinie um 8 bis 10 Kilometer zurückgenommen werden musste. Die Ausfälle durch Frost, Schnee und Verwundungen waren sehr hoch, die Temperaturen fielen auf bis zu 40 Grad minus.
Am 21. Dezember 1941 setzte das Regiment seinen Rückzug fort und erreichte am 23. Dezember die Bahnlinie Alexin - Kaluga. Bis zum Ende des Monats wurde die Linie Lubanowa - Matjunia erreicht, die bis zum 13. Januar 1942 in schweren Abwehrkämpfen gehalten werden konnte.
Ab dem 13. Januar 1942 wurde der Rückzug des Regiments fortgesetzt und geriet teilweise zur Flucht. Das Regiment erreichte am 16. Januar den Ort Meshmerowa und am 17. Januar Kárje. Hier wurde eine neue Verteidigungslinie aufgebaut. In den folgenden Tagen kam es zu schweren und verlustreichen Angriffs- und Abwehrkämpfen, auch durch Erfrierungen traten verstärkte Verluste auf.
Am 29. Januar 1942 ging das Regiment 3 Kilometer auf ausgebaute Stellungen bei Alonigory zurück. Die neue HKL war relativ ruhig und wurde am 3. Februar 1942 bereits wieder geräumt. Das Regiment zog sich über Kowoplewka und Prestschistorja weiter in Richtung Juchnow zurück.
Am 11. Februar 1942 griff das Regiment aus Prestschistoja den Ort Kommuna an und nahm diesen. Damit war eine Verteidigungslinie gewonnen, die zur Verteidigung von Juchnow am günstigsten war. In der neuen Stellung kam es in den folgenden Tagen zu wechselhaften Abwehrkämpfen.
Am 3. März 1942 zog sich das Regiment auf den Stadtrand von Juchnow zurück, um dort den Rückzug der 4. Armee durch Juchnow nach Westen auf der Rollbahn Moskau - Roslawl zu decken. Am Abend des 3. März wurde Juchnow aufgegeben und das Regiment wurde nördlich der Rollbahn Juchnow - Roslawl eingesetzt. Am 5. März 1942 wurde das Regiment aus seinen Stellungen genommen und mit der 131. Infanterie-Division hinter die neue HKL verlegt.
In den folgenden Wochen der Monate März und April 1942 wurde das Regiment südöstlich von Wjasma zur Partisanenbekämpfung eingesetzt.
Dienstgrad, Beförderungen und Auszeichnungen
Kanonier, Soldat
Lazarettaufenthalte
19.04.1942 im Kriegslazarett 4/605, Lkb 502, wegen Fleckfieber
Todesumstände
02.05.1942 um 18.05 Uhr im Kriegslazarett 4/605, Roslawl (südlich von Wjasma), Oblast Smolensk, Zentral-Russland, infolge Fleckfieber gestorben. Grablage: Heldenfriedhof Roslawl, Block VII, Reihe I, Grab 1688. Simon Schardt wurde noch nicht auf einen vom Volksbund errichteten Soldatenfriedhof überführt. Sein Grab befindet sich noch in Roslawl.
Angehörige/Bekannte, die Kontakt mit der WASt hatten
Vater: Adam Schardt, Leimersheim
Recherchen: Helmut Sittinger, Lothar Marthaler, Regina Flory unter Auswertung von Quellen aus dem Bundesarchiv Berlin (WASt-Kartei), Landesarchiv Speyer, Gemeindearchiv Leimersheim, Standesamt Rülzheim, DRK-Suchdienst, Lexikon der Wehrmacht, Privatarchive
Fotografie: Sammlung Benedikt Wünschel
gla
Sohn von: Schardt Adam