Verzeichnis Namen und Leben

 

Lösch Ludwig Franz Eugen

Beruf(e): Student
Geburtsdatum: 28.10.1920
Geburtsort: Mannheim-Neckarau
Sterbedatum (Todestag): vermisst seit 22.6.1944
Sterbeort: bei Orscha (Minsk), Belarus
Begräbnisort: unbekannt, Eintrag im Gedenkbuch von Duchowschtschina
Wohnort(e): Mannheim, Leimersheim

Eltern: Eugen Lösch I. (Kaufmann, Fahrradhändler in Ludwigshafen) und Eva Elisabeth Schandin aus MA-Neckarau
Die Famiilie Lösch mit Leimersheimer Wurzeln suchte nach der Bombadierung Mannheims bei Verwandten Schutz und Unterkunft.
Wohnort: während der Kriegszeit Leimersheim, Untere Hauptstraße 51, im Jahre 1943 Pfarrgasse 6
Familienstand: ledig

Einheiten
Erkennungsmarke ausgebende Einheit
1033/5003 – leichte Artillerie-Ersatz-Abteilung 178 (l. A.E.A 178)
Nachfolgende Einheiten/Truppenteile
3. Batterie der leichte Artillerie-Ersatz-Abteilung 178 (3./L.Art.E.Abt. 178)
Artillerie-Regiment 178 (Art.Rgt. 178)
Wahrscheinlich letzte Einheit
Artillerie-Regiment 178, III. Abteilung – FPN: 13010 B
 
Kampfhandlungen
Das Artillerie-Regiment 178 wurde am 26. August 1939 aufgestellt und der 78. Infanterie-Division unterstellt.
Im Juni 1944 wurde das Regiment bei Orscha vernichtet.
 
Während des Westfeldzuges wurde die 78. Infanterie-Division nicht eingesetzt, sondern marschierte als Besatzungstruppe nach Belgien und Nordfrankreich.
Im Mai 1941 wurde die Division dann nach Nordostpolen verlegt.
Ab dem 22. Juni 1941 nahm die Division am Rußlandfeldzug teil und stieß aus dem Raum Sokolow (bei Warschau) über Bielsk (Polen) zum Narew und Njemen (Memel) vor. Anschließend marschierte die Division zur Beresina und zum Dnjepr in den Raum Mogilew (Belarus). Es folgten wechselvolle Kämpfe im Gebiet von Tschaussy, der Angriff über den Ssosh und die Teilnahme an der Schlacht um Rosslawl südlich von Smolensk (Russland).
Im August und September 1941 stand die Division im Jelnjabogen im Südosten von Smolensk, wo es zu schweren Kämpfen kam.
Beim Angriff auf Moskau ging die Division über die Dessna südlich von Jelnja und von hier aus weiter zur Ugra und Ossma und in den Raum Wjasma. Von hier aus ging es weiter über Gshatsk, Mohaisk und Russa nach Swenigrod und Jerschowo dicht vor Moskau. Hier wurde die Division von der russischen Gegenoffensive getroffen. Der anschließende Rückzug brachte die Division bis in das Gebiet Gshatsk und Juchnow. Hier verblieb die Division bis in den September 1942 und hatte schwere Abwehrkämpfe zu bestehen. Anschließend ging die Division in die "Gshatsk"-Stellung zurück.
Am 1. Januar 1943 wurde die Division in die 78. Sturm-Division umgegliedert. Hierzu wurde sie in den Raum Ssytschewka verlegt.
Im Februar 1943 wurde die Division dann in den Raum Orel verlegt.
Im Juli 1943 nahm die Division an der Offensive um Kursk teil. Sie bildete dabei den linken Flügel der 9. Armee und stieß auf Malo-Archangelsk vor. Nach dem Scheitern der Offensive wurde die Division im Großraum Orel nördlich Kromy und südwestlich von Karatschew eingesetzt. Es folgten Rückzugsgefechte südlich von Jelnja und an der Pronja. An der Rollbahn bei Orscha kam die Division nochmals zum Stehen.
Nach Beginn der russischen Sommeroffensive am 22. Juni 1944 hatte die Division schwere Abwehrkämpfe am Selenskoje-See, Belarus, und im Raum Ostrow zu bestehen. Unter schweren Abwehrkämpfen zog sich die Division zum Druth bei Teterin zurück. Bei Schukowetz ging die Division über die Beressina zurück, wurde aber nordwestlich von Tscherwen, südöstlich von Minsk, eingeschlossen und vernichtet. Die Reste der Division wurden der 565. Volks-Grenadier-Division unterstellt.
Am 9. Oktober 1944 wurde die Division dann in 78. Volks-Grenadier-Division umbenannt.
 
Dienstgrad, Beförderungen und Auszeichnungen
Kanonier, Gefreiter
 
Lazarettaufenthalte
30.10.1940 Harnröhrenkatarrh
12.09.1941 bei Berjoskina leicht verwundet aufgrund Artilleriegeschoss linker Fuß ... Smolensk
06.01.1942 im Reservelazarett I Ulm wegen Epidermophytie behandelt
29.10.1942 im Reservelazarett Pulawy, Polen
16.11.1942 in Wien wegen Ossermilitis linker Unterschenkel

Todesumstände
Zwischen 22.06. und 07.07.1944 bei Orscha, nordöstlich von Minsk, Belarus, vermisst. Vom Amtsgericht Germersheim am 30.01.1967 für tot erklärt.

 Angehörige/Bekannte, die Kontakt mit der WASt hatten
Vater: Eugen Lösch, Bergstraße 67, Weinheim
Angehörige: Elisabeth Lösch geb. Schandin, Untere Hauptstraße 51
 

 WASt-Informationen:
Die Kartei der Wehrmachts-Auskunfts-Stelle (WASt), die seit längerem im Bundesarchiv Berlin verwahrt wird, enthält für die am Zweiten Weltkrieg teilgenommenen Soldaten sehr unterschiedliche Angaben. Nicht von jedem Kriegsteilnehmer wurde eine Kartei angelegt, von einigen gibt es gleich mehrere, die zu unterschiedlichen Zeiten angelegt wurde. Sie enthalten im günstigsten Falle außer dem Namen, dem Geburtsdatum und Geburtsort Angaben zu Familienstand, Beruf und Angehörige, die Kontakt mit der WASt aufgenommen hatten, sowie militärisch: Dienstgrad und Auszeichnungen, Truppenzugehörigkeit, Feldpostnummer (FPN), medizinische Behandlungen und Lazarettaufenthalte sowie Todesursachen mit jeweiligen Ortsangaben. Hierüber und über die von uns recherchierten Einsatzgebiete der militärischen Einheiten, in denen die Soldaten dienten, lässt sich zumindest etwas Licht in das bisher wenig bekannte genauere Schicksal der gefallenen und vermissten Soldaten bringen.
 
Recherchen: Helmut Sittinger, Lothar Marthaler, Regina Flory unter Auswertung von Quellen aus dem Bundesarchiv Berlin (WASt-Kartei), Landesarchiv Speyer, Gemeindearchiv Leimersheim, Standesamt Rülzheim, DRK-Suchdienst, Lexikon der Wehrmacht
Fotografien: Familienalbum Otto Wolf , Fotograf: Gg. Otto Wolf     


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Verwandtschaft

Sohn von: Lösch Eugen
Bruder von: Lösch Josef Ernst Oskar

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