Beruf(e):
Friseurmeister
Geburtsdatum: 09.08.1910
Geburtsort: Leimersheim
Sterbedatum (Todestag): vermisst seit 01.08.1943
Sterbeort: Raum Charkow, Ukraine, evtl. am 02.11.1944 in russ. KGL gestorben
Begräbnisort: Russland
Eltern: Georg Heintz III. (Korbmacher) und Barbara Marthaler, Neue Gasse 8
Familienstand: ledig
Einheiten
Erkennungsmarke ausgebende Einheit
3. Kompanie/Ersatz-Infanterie-Regiment 75 (3./E.I.R. 75)
Nachfolgende Einheiten/Truppenteile
Füsilier-Ersatz-Bataillon 34 (Füss.Ers.Btl. 34) Hagenau
3. Kompanie/Infanterie-Regiment 305 (3./I.Rgt. 305)
Wahrscheinlich letzte Einheit
Infanterie-Regiment 305, am 15.10.1942 umbenannt in Grenadier-Regiment 305 – FPN: 09534 A
Kampfhandlungen
Im Juni 1940 wurde die 198. Infanterie-Division, der das Infanterie-Regiment 305 unterstellt war, an die Front in Lothringen verlegt. Hier wurde sie in der letzten Phase des Westfeldzuges eingesetzt wurde.
Bis März 1941 folgte eine Besatzungszeit in Ostfrankreich.
Im April 1941 erfolgte die Verlegung nach Rumänien zum Schutz der rumänischen Grenzen und in Vorbereitung des Angriffs auf die Sowjetunion.
Ab 22. Juni 1941 griff die Division im Verband der 11. Armee über den Fluss Pruth hinweg an. Die Armee hatte die Aufgabe, zusammen mit rumänischen Truppen im 1. Schritt das erst 1940 von der Sowjetunion besetzte, zuvor rumänische Bessarabien zu erobern. Dabei kam es im stark befestigten Grenzgebiet, welches von der sowjetischen Südfront verteidigt wurde, zu ersten Gefechten. Die Hauptaufgabe fiel dabei dem Infanterie-Regiment 305 zu, welches den Brückenkopf gegen starken Feindwiderstand verteidigte.
Ab August 1941 kämpfte die Division im Verband der Panzergruppe 1 in der Süd- und Ostukraine, unter anderem bei den Offensiven auf die Großstädte Dnjepropetrowsk und Rostow am Don.
Im Winter und Frühjahr 1941/42 verteidigte die Division nach der durch sowjetische Gegenangriffe erzwungenen Räumung von Rostow im Dezember 1941 den Flussabschnitt am Mius.
Die Sommeroffensive 1942 im Südabschnitt der Ostfront erlebte die Division im Verband der 17. Armee. Die Beteiligung an der Wiedereroberung von Rostow im Juli und an der Eroberung der Hauptstadt des Kubangebietes, Krasnodar, im August waren wichtige Kampfabschnitte, gefolgt von der Erreichung des Westkaukasus in Richtung auf die Hafenstadt Tuapse, die jedoch nicht mehr eingenommen werden konnte.
Bis in den Winter 1942/43 führte die erlahmende deutsche Offensivkraft und der sich weiter versteifende sowjetische Widerstand zu einem Stellungskrieg.
Ab Januar 1943 führte die sehr schwierig gewordene Gesamtlage am Südabschnitt der Ostfront zur Räumung des Kaukasusraumes und Rückführung der 17. Armee auf den sogenannten „Kuban-Brückenkopf“, der zuerst noch die Stadt Krasnodar mit umfassen sollte (dort führte die Division erneut schwere Kämpfe), dann aber eine Verkleinerung auf den Bereich der Taman-Halbinsel und der Hafenstadt Noworossijsk erfuhr.
Im April 1943 verlegte die 198. Infanterie-Division aus dem Kubanbrückenkopf als Reservedivision der Heeresgruppe Süd in den Raum Saporoshje, wo sie eine erste Auffrischung durchführen konnte. Es folgte die Verlegung an den vorerst ruhigen Frontabschnitt bei Isjum im Verband des III. Pz. Korps der 1. Panzerarmee.
Im Juli 1943 war die Division im Verband der Armeeabteilung Kempf im Rahmen des Unternehmens Zitadelle an der Panzerschlacht von Prochorowka und an den Kämpfen zwischen Belgorod und Korotscha beteiligt.
Im August 1943 kämpfte die 198. Infanterie-Division im Verband der durch Umbenennung der Armeeabteilung Kempf entstandenen 8. Armee in der 4. Schlacht um Charkow, das am 23. August 1943 verloren ging. Hierbei kam es zu merklichen Erschöpfungserscheinungen nicht weniger Truppenteile.
Der unvermeidlich gewordene Rückzug der Heeresgruppe Süd auf die Ostwallstellung am Fluss Dnjepr im September 1943 führte die 198. Infanterie-Division an den Mittellauf des Flusses und brachte ihr weitere Verluste, so dass sie zeitweise nur noch als „Kampfgruppe der 198. ID“ bezeichnet wurde.
Dienstgrad, Beförderungen und Auszeichnungen
Sanitäts-Unteroffizier, Feldwebel
Lazarettaufenthalte
September 1941 in Dnjepropetrowsk leicht verwundet durch Artilleriegeschoss am Gesäß (großer Splitter rechte Gesäßhälfte), zunächst auf dem Hauptverbandsplatz behandelt, dann im Feldlazarett Losowatta und Nowossjelka
November 1941 leicht verwundet durch Artilleriegeschoss am rechten Arm; „bleibt bei der Truppe“
Todesumstände
1.8.1943 bei Charkow/Ljubotin/Merefa/Olschany, Oblast Charkiw, Ost-Ukrainegefallen; galt seit 5.8.1943 als vermisst; am 2.11.1944 in russischer Kriegsgefangenschaft verstorben; am 30.3.1955 für tot erklärt.
Angehörige/Bekannte, die Kontakt mit der WASt hatten
Vater Georg Heintz, Leimersheim, Schlageterstraße 48
Bruder Eduard Heintz, Leimersheim, Neue Gasse 8
Recherchen: Helmut Sittinger, Lothar Marthaler, Regina Flory unter Auswertung von Quellen aus dem Bundesarchiv Berlin (WASt-Kartei), Landesarchiv Speyer, Gemeindearchiv Leimersheim, Standesamt Rülzheim, DRK-Suchdienst, Lexikon der Wehrmacht, Privatarchive
Fotografien: Familienalbum Otto Wolf, Fotograf: Gg. Otto Wolf
gla