Verzeichnis Namen und Leben

 

Lösch Philipp-Jakob

Beruf(e): Bauer
Geburtsdatum: 1773
Geburtsort: Leimersheim
Wohnort(e): Leimersheim

[Die Schmuggleraffäre zu Leimersheim]

Er gehörte zu der "Schmugglervereinigung", die das "Schmugglerkreuz" für den damals neuen Friedhof von Leimersheim gestiftet hat. Auf dem Sockel ist er als "P.Lesch" eingekerbt. Er war Bauer und 1811, dem Jahr der Schmuggleraffäre, 38 Jahre alt. Er hatte 1793 Maria-Eva Gehrlein geheiratet, die ihm inzwischen acht Kinder geboren hatte.
Laut Gerichtsakte maß er 172 cm, seine Haare und Augenbrauen waren blond, seine Augen blau. Er hatte ein länglich ovales Gesicht, eine schmale Stirn und ein langes Kinn, eine kleine Nase und einen breiten Mund.
Nach dem fehlgeschlagenen Schmuggelunternehmen am 14.11.1811 wurde er mit elf Leidensgenossen verhaftet und in das Gefängnis nach Straßburg gebracht.
Fast ein Jahr später, am 15.10.1812, stand er mit zehn Gefährten, J. Schardt war im Januar an Faulfieber gestorben, in Straßburg vor Gericht. Das Oberzollgericht (Cour prévotale des douanes de Nancy) verurteilte ihn unter Anrechnung mildernder Umstände wegen Begünstigung und Unterstützung der Schmuggelei für einfache Taten als "simple porteur" (einfacher Träger) 
 zu einem Jahr Freiheitsentzug und fünfjähriger polizeilicher Aufsicht  sowie einer höheren Geldbuße.
Nach einem Jahr, im Oktober 1813, kehrte er nach Leimersheim zu seiner Familie zurück. Seine Frau schenkte ihm zwei Jahre später noch eine Tochter.
 Philipp-Jakob verstarb 1839 im Alter von 66 Jahren.


Text: Anton Kuhn
Quelle: Anton Kuhn, "Die Schmuggleraffäre zu Leimersheim" (2011)

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