1. Russland förderte die Einwanderung
Die erste gelenkte Ansiedlung in Russland begann unter Katharina II. (1762 -96). Seit dem Untergang des mongolischen Reiches beunruhigten Nomadenvölker die Wolgasteppe. Erst mit der Thronbesteigung der deutschen Prinzessin aus Anhalt-Zerbst, der späteren Kaiserin Katharina II. begann die planmäßige Besiedlung des unteren Wolgagebietes. Unter ihrer Führung wurde die türkische Macht aus den Gebieten am Schwarzen Meer verdrängt und es begann der Aufbau der Städte Cherson, Mariupol, Nikolajew, Odessa. Da die neuen Gebiete sehr dünn besiedelt waren, brauchte man fähige und fleißige Arbeitskräfte.
Unter der Zarin Katharina II. waren deutsche Auswanderer durch Agenten ins weite Russland gerufen worden um große Steppengebiete im Norden und an den Ufern der Wolga zu besiedeln und zu kultivieren. Am 22. Juli 1763 erließ Katharina II. ein Manifest, das von Erfolg gekrönt war. Dem folgten am 19.03.1764 neue Bestimmungen über das Grundbesitzrecht, in denen auch die zu besiedelten Ländereien genannt und die jedem Bauern zuzuteilende Landmengen angegeben wurden. Die wichtigsten Bestimmungen lauteten:
- Freie Religionsausübung
- Befreiung von den Steuern auf 10-30 Jahre auf dem Land, 10 Jahre in den Städten
- Zinslose Darlehen für alle Anschaffungen
- Befreiung vom Militärdienst auf ewige Zeiten
- Eigene Gemeinde- und Schulverwaltung
- Unentgeltliche Zuweisung von 30-80 Desjatinen Land von der Krone für jede Familie.
Die ersten Auswanderer aus Leimersheim nach Russland waren Johann Caspar Heid mit seiner Frau Margaretha Schimpf am 23.01.1756 nach Bessarabien aus und kehrten am 04.09 1759 zurück, wenige Monate danach verstarb seine Frau. Franz Avril und seine Ehefrau Maria Eva Ochsenreither wanderten nach dem Manifest der Zarin Katharina II. am 14.12.1770 nach Bessarabien aus.
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