Beruf(e):
Bauer
Geburtsdatum: 1773
Geburtsort: Leimersheim
Wohnort(e):
Leimersheim
Johann-Peter Lösch gehörte zu der "Schmugglervereinigung", die das "Schmugglerkreuz" für den damals neuen Friedhof in Leimersheim gestiftet hat. Auf dem Sockel ist er mit "P. Lesch" eingekerbt. Er war Bauer und 1811, dem Jahr der Schmuggleraffäre, 38 Jahre alt. Er hatte 1798 Catharina Geiger geheiratet und mit ihr bisher sieben Kinder; nun war seine Frau erneut schwanger.
In der Gerichtsakte wird er beschrieben als ein 174 cm großer Mann mit kastanienfarbenem Haar und Augenbrauen, hoher Stirn, grauen Augen und etwas eingedrückter Nase. Er hatte ein ovales Gesicht mit breitem Mund und rundem Kinn.
Nach der gescheiterten Schmuggelaktion am 14.11.1811 wurde er mit seinen elf Leidensgenossen verhaftet und in das Gefängnis nach Straßburg gebracht. Fast ein Jahr später, am 15.10.1812, stand er dort mit seinen zehn Kameraden, J. Schardt war im Januar an Faulfieber gestorben, vor Gericht.
Das Oberzollgericht (Cour prévotale des douanes de Nancy) verurteilte ihn
zusammen mit drei Gefährten als Mittäter bei einer großen Schmuggelaktion, bei der von der Schusswaffe Gebrauch gemacht wurde, zu zehn Jahren Zwangsarbeit (travaux forcés), einer Stunde Pranger auf dem Großen Platz in Straßburg und einer erheblichen Geldbuße. Das Gericht hielt ihm zu Gute, dass er nicht gewusst habe, dass Waffen getragen wurden.
Im Mai 1814, nachdem Napoleon erstmals besiegt war, kam er mit seinen Kameraden aus dem Gefängnis frei und kehrte nach Leimersheim zu seiner Familie zurück. Ein Jahr später erlebte er die Geburt einer weiteren Tochter, die später nach Amerika auswanderte. Er selbst verstarb 1828 im Alter von 55 Jahren, während ihn seine Frau um neun Jahre überlebte.
Text: Anton Kuhn
Quelle: Anton Kuhn, "Die Schmuggleraffäre zu Leimersheim" (2011)