Verzeichnis Namen und Leben

 

Lösch Andreas

Beruf(e): Bauer
Geburtsdatum: 1772
Geburtsort: Leimersheim
Sterbedatum (Todestag): 1827
Wohnort(e): Leimersheim

[Die Schmuggleraffäre zu Leimersheim]

Andreas Lösch gehörte zu der "Schmugglervereinigung", die das "Schmugglerkreuz" für den neuen Leimersheimer  Friedhof gestiftet hat. Dort ist er auf dem Sockel mit "A. Lesch" eingetragen. Er war Bauer und 1811, dem Jahr der Schmuggleraffäre, 39 Jahre alt. 1797 hatte er Maria-Catharina Schardt geheiratet, die ihm bisher sieben Kinder geschenkt hatte und wieder schwanger war.
Nach dem fehlgeschlagenen Schmuggelunternehmen am 14.11.1811 wurde er mit elf Leidensgefährten in das Gefängnis nach Straßburg gebracht.
Laut Gerichtsakte war er 172 cm groß, sein Haar und seine Augenbrauen waren hell kastanienbraun. Weiter wird er beschrieben mit hoher Stirn, langer Nase, mittelgroßem Mund, länglichem Kinn und einem ovalen Gesicht. 
Gemäß Artikel 22 und 26 des Strafgesetzbuches verurteilte ihn das Oberzollgericht (Cour prévotale des douanes de Nancy) am 15. Oktober 1812 in Straßburg als Mittäter bei einer großen Schmuggelunternehmung mit einem Toten und zwei schwer verletzten Zöllnern zu zehn Jahren Zwangsarbeit. Darüber hinaus verfügte das Gericht, dass er vor dem Strafantritt auf dem großen Platz in Straßburg eine Stunde lang an den Pranger zu stellen sei. Hinzu kamen Geldforderungen. Das Gericht hielt ihm zu Gute, dass ernicht gewusst habe, dass Waffen getragen wurden.
Im Mai 1814, nachdem Napoleon erstmals besiegt war und das Gefängnis geöffnet wurde, kehrte er mit seinen drei Leidensgenossen nach Leimersheim zurück. Er traf seine Familie vollzählig an und konnte sich zwei Jahre später noch über die Geburt einer weiteren Tochter freuen. 1827 verstarb seine Frau mit 54 Jahren, er überlebte sie um zwei Jahre und starb im Alter von 56 Jahren.



Text: Anton Kuhn
Quelle: Anton Kuhn, "Die Schmuggleraffäre zu Leimersheim" (2011)
 

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