Beruf(e):
Bauer
Geburtsdatum: 1779
Geburtsort: Leimersheim
Wohnort(e):
Leimersheim
[Die Schmuggleraffäre zu Leimersheim]
Johann-Philipp Kuhn gehörte zu der "Schmugglervereinigung", die das "Schmugglerkreuz" für den damals neuen Friedhof von Leimersheim gestiftet hat. Dort ist er auf dem Sockel mit "J. P. Kuhn" eingekerbt. Er war Bauer und 1811, dem Jahr der Schmuggleraffäre, 32 Jahre alt und mit Maria Grab verheiratet, mit der er bis dahin sieben Kinder hatte.
Laut Gerichtsakte maß er 178 cm, hatte rote Haare und Augenbrauen. Seine Stirn war hoch und breit, das Gesicht oval, seine Augen blau, die Nase schmal und das Kinn zugespitzt. Sein Mund wirkte groß.
Nach dem fehlgeschlagenen Schmuggelunternehmen am 14.11.1811 wurde er mit 11 Leidensgefährten verhaftet und in das Gefängnis nach Straßburg gebracht. Fast ein Jahr später, am 15.10.1812, stand er mit zehn Gefährten, J. Schardt war im Januar an Faulfieber gestorben, in Straßburg vor Gericht.
Das Oberzollgericht (Cour prévotale des douanes de Nancy) verurteilte ihn unter Anrechnung mildernder Umstände für einfache Taten als "simple porteur" (einfacher Träger) bei einer großen Schmuggelaktion zu einem Jahr Freiheitsentzug, fünfjähriger Polizeiaufsicht und einer höheren Geldzahlung. Nach einem Jahr, am 16.10.1813, wurde er mit fünf Gefährten aus dem Gefängnis entlassen und kehrte zu seiner Familie nach Leimersheim zurück. Seine Frau schenkte ihm noch einen weiteren Sohn.
Johann-Philipp wurde 64 Jahre alt, seine Frau überlebte ihn um zwei Jahre und starb 1844.
Text: Anton Kuhn
Quelle: Anton Kuhn, "Die Schmuggleraffäre zu Leimersheim" (2011)