Beruf(e):
Bauer
Geburtsdatum: 1762
Geburtsort: Leimersheim
Sterbedatum (Todestag): 1825
Wohnort(e):
Leimersheim
[Die Schmuggleraffäre zu Leimersheim]
Johann Philipp Müller gehörte zu der "Schmugglervereinigung", die das "Schmugglerkreuz" für den damals neuen Friedhof in Leimersheim gestiftet hat. Auf dem Sockel ist er mit "J.P. Muller" eingetragen. Er war Bauer und 1811, dem Jahr der Schmuggleraffäre, 49 Jahre alt und damit der Älteste der Gruppe. Seit 1795 war er mit der Witwe von Johann Schardt verheiratet, ihr Mädchenname war Catharina Schwab. Sie hatten zwei Kinder, doch war seine Ehefrau am 27. Juli 1810 gestorben.
Laut Gerichtsakte wird Müller beschrieben als ein 176 cm großer Mann mit etwas rötlichen kastanienfarbenen Haaren und Augenbrauen, breiter Stirn und blauen Augen. Seine Nase war spitz, der Mund mittelgroß, sein Kinn rund und das Gesicht oval.
Nach dem fehlgeschlagenen Schmuggelversuch am 14.11.1811 wurde er mit elf Leidensgenossen verhaftet und in das Gefängnis nach Straßburg gebracht. Am 15.10.1812 stand er mit zehn Gefährten, Schardt war im Januar im Gefängnis an Faulfieber gestorben, in Straßburg vor Gericht. Das Oberzollgericht (Cour prévotale des douanes de Nancy) verurteilte ihn wegen Mittäterschaft bei einem großen Schmuggelunternehmen mit einem Toten und zwei schwer verletzten Zöllnern zu 10 Jahren Zwangsarbeit und einer Stunde Pranger auf dem Großen Platz in Straßburg. Hinzu kamen Geldforderungen. Das Gericht hielt ihm zu Gute, dass er nicht gewusst habe, dass Waffen getragen wurden.
Im Mai 1814, nachdem Napoleon erstmals besiegt war, kam er mit seinen drei Gefährten frei und kehrte nach Leimersheim zurück. Er starb 1825 im Alter von 64 Jahren. Seine beiden Kinder wanderten 1836 nach Amerika aus.
Text: Anton Kuhn
Quelle: Anton Kuhn, "Die Schmuggleraffäre zu Leimersheim" (2011)