„Die Hersteller runder und ovaler Holzgefäße, vor allem von Fässern und Bottichen, hießen Böttcher, in der Pfalz jedoch Küfer, das bei uns aber wie „Kiefer" klingt. Er verarbeitete die Faßdauben, die der Faßdaubenhauer für ihn angefertigt hatte. Seine Arbeit bestand vor allem im Zusammenbinden dieser Hölzer mittels eiserner Reifen. Der Boden und der Deckel mußten an den beiden Enden der Dauben in eine Nut eingepaßt werden. Nach dem
Aufziehen des ersten Reifens wurden die Dauben, die vorher im Wasser lagen und dadurch geschmeidig gemacht worden waren, zusammengezogen, ohne daß sie brechen durften. Nun wurden die anderen Reifen aufgesetzt und mit dem Treibholz und dem Schlegel auf den Faßrumpf getrieben. Die Dauben mußten an den Schmalseiten so fest aufeinander gepreßt werden, daß das Faß völlig dicht wurde, denn es sind darin in der Regel Flüssigkeiten, vor allem Wein, aufbewahrt worden.
Aber nicht nur Weinfässer machte der Küfer, sondern auch andere Bottiche, die bei uns Zuber heißen oder mundartlich „Zowwer", so auch den „Flääschstänner" oder den „Waschzowwer". Fast in jedem Haus gab es den Haustrunk im Faß, das waren Obstweine, besonders Apfelwein oder Wein von der Hybridenrebe. Daher hatte der Küfer immer viel zu tun, schließlich fertigte er nicht nur neue Fässer, sondern er hatte auch alte zu reparieren. Es gab eine Familie im Dorf, die nannte man „s' Kiefers". Ihr Familienname war eigentlich Liebel, und sie wohnten in der Rudolfstraße. Dort betrieben sie eine Weinhandlung und eine Schnapsbrennerei. Das Brennereigebäude fiel im März 1945 einem Brand zum Opfer, der beim Beschuß durch amerikanische Panzer entstanden war. Das Familienoberhaupt war ursprünglich Küfer und deshalb die Benennung im Dorf. Am anderen Ende des Dorfes hatte die gleiche Familie auch eine kleine Fabrik zur Herstellung von Trockenhefe als Futtermittel, die aus Brauereischlämmen gewonnen wurde. Die Leute nannte dieses Gebäude die „Stinkhitt" (- hütte), weil sich ein penetranter Geruch bemerkbar machte, wenn der Wind von Nordosten kam.
Der letzte Küfer, der sein Handwerk noch ausübte, war Alfons Liebel in der Kleinen Gasse, auch sein Sohn Armin hatte dieses Handwerk noch gelernt.“
Quelle: Ernst Marthaler, Die Geschichte eines pfälzischen Dorfes am Rhein (2002)
gla